
CHRISTMAS DAY
(25. Dezember)

Weihnachten ist ein religiöses Freudenfest für die Christen, an dem
die Geburt Jesu Christi gefeiert wird. Die Weihnachtsgeschichte
stammt aus der Bibel. Ein Engel erschien Hirten und berichtete ihnen,
dass Maria und Josef in einem Stall in Bethlehem der Heiland geboren
wurde. Weise Männer aus dem Osten (die Heiligen Drei Könige) folgten
einem Stern, der sie zu Jesus führte, den sie anbeteten und dem sie
Gold, Weihrauch und Myrrhe darbrachten.
Für viele Menschen in aller Welt ist Weihnachten eine Zeit der
Geschenke. In manchen europäischen Ländern kommt der Weihnachtsmann
oder der Heilige Nikolaus in der Nacht in die Häuser und lässt für
die Kinder Geschenke da. Der Heilige Nikolaus wird als gütiger Mann
mit rotem Mantel und einem langen, weißen Bart dargestellt. Vom
nordischen Gott Odin stellte man sich vor, dass er im Winter auf
einem fliegenden Zauberpferd über den Himmel ritt, um die Menschen
zu beschenken. Aus diesen verschiedenen Legenden entwickelte sich
Santa Claus.
Immigranten brachten den Weihnachtsmann nach Amerika. Sein Name
wurde mit der Zeit zu Santa Claus, was auf den holländischen Namen
für den Weihnachtsmann, Sinter Claas, zurückgeht. Obwohl er seine
Wurzeln in Skandinavien und der vorchristlichen Mythologie hat,
entwickelte sich Santa Claus erst so richtig in den U.S.A. Die
Amerikaner gaben ihm einen weißen Bart, zogen ihn rot an und machten
aus ihm einen augenzwinkernden, fröhlichen älteren Herrn mit roten
Backen.
Die meisten Kinder in Amerika glauben, Santa Claus lebe am Nordpol.
Das ganze Jahr über schreibt er die Namen von Kindern auf - sowohl
derer, die brav waren, wie auch die Namen schlimmer Kinder. Er
entscheidet dann, welche Geschenke die braven Kinder bekommen. Und
er wacht über seine Helfer, die diese Geschenke herstellen und
verpacken.
Santa Claus bekommt seine Spielzeugliste von Millionen Kindern, die
ihm zum Nordpol Post schicken. Die Kinder treffen Santa Claus auch
in Einkaufszentren landauf, landab. Sie setzen sich auf seinen Schoß
und erzählen ihm, was sie sich zu Weihnachen wünschen. Ihre Eltern
stehen wahrscheinlich auch dabei und hören zu.
Am 24. Dezember, dem Weihnachtsabend, spannt Santa Claus seine acht
Rentiere vor den Schlitten und belädt ihn mit Geschenken. Die
Rentiere ziehen ihn mit dem Schlitten über den Himmel, damit er
allen Kindern auf der Welt Geschenke bringen kann - natürlich nur,
wenn sie brav waren.
Etliche amerikanische Städte halten Santa Claus sichtbar in Ehren.
Im Bundesstaat Connecticut, einem der Neuenglandstaaten, gibt es
eine kleine Weihnachtsstadt, wo "Santa" und seine Elfen Geschenke
verteilen. In New York wurde Santa Claus eine kleine Stadt mit dem
Namen North Pole gewidmet. Es gibt eine Post dort, eine Kirche und
einen Hufschmied, der die Hufe der Rentiere beschlägt.
Santa Claus gibt es nur in unserer Fantasie. Doch er, der Heilige
Nikolaus und der Weihnachtsmann, verkörpern das Schenken. Seit die
Weisen aus dem Morgenland dem neugeborenen Jesuskind Geschenke
darbrachten, wird Weihnachten mit Schenken in Verbindung gebracht.
Bis Santa Claus endlich kommt, bekommen die Kinder in Amerika bevor
sie am Weihnachtsabend schlafen gehen "The Night Before Christmas"
("Die Nacht vor Weihnachten") vorgelesen, ein Gedicht von Clement
Moore aus dem Jahre 1823.
Weihnachtskarten
Ein weiterer viel beachteter Brauch ist es, Weihnachtskarten zu
versenden und zu bekommen, in denen man der Atmosphäre dieser
Jahreszeit Ausdruck verleiht. Manche haben religiösen Charakter,
andere wieder sind eher irdischer Natur. In Amerika beginnt man
Anfang Dezember, Weihnachtskarten an Freunde, Bekannte und
Arbeitskollegen zu schicken. Die Postämter bitten ihre Kunden, ihre
Weihnachtspost früh zu erledigen, damit es gegen Weihnachten nicht
zu turbulent wird. Manche richten sich danach, andere warten bis zur
letzten Minute und sind dann verärgert, wenn ihre lieben Adressaten
die Grußkarte oder das Geschenk nicht rechtzeitig bekommen haben.
Es hat wohl jede Familie ihre eigene Art und Weise, Weihnachten zu
begehen. Viele Menschen sind besonders stolz auf Weihnachtsbräuche,
die sie aus ihrer ursprünglichen Heimat nach Amerika gebracht haben.
Die große Vielfalt an Speisen, Melodien und Liedern, Gebeten und
Geschichten machen Weihnachten für die Amerikaner zu dem
Feiertag schlechthin.
In Texas und anderen Gebieten im Südwesten von Amerika gibt es einen
Brauch, mit dem man Besucher zur Weihnachtszeit wärmstens willkommen
heißt. Man schneidet Muster in große Papiersäcke. Dann gibt man Sand
auf den Boden des Sackes, in den man eine Kerze steckt. Diese
beleuchteten Säcke stellt man dann an den Rand des Weges, der zum
Haus führt. So können Gäste im Dunkeln leicht zum Haus ihrer Freunde
finden, indem sie den Kerzen bis zur Tür folgen.
In San Antonio finden sich diese "Leuchten" entlang des River Walk,
eines asphaltierten Weges entlang des San Antonio River. Einem alten
Brauch nach wird dort "Las Posadas" aufgeführt:
"Las Posadas" stellt die Herbergsuche Marias und Josefs dar, die vor
2000 Jahren in einer Winternacht von Nazareth nach Jerusalem zu
einer Volkszählung gingen. Für Maria war es die Zeit ihrer
Niederkunft. Die Herbergen waren voll und der einzige Ort, den sie
finden konnten, war eine Scheune. Dort wurde Jesus geboren und in
eine Krippe gelegt.
Zwei junge Leute werden für die Rollen von Maria und Josef
ausgewählt. Sie folgen den Leuchten bis zu einem Haus und klopfen
an. Josef fragt den Besitzer, ob sie über Nacht bleiben könnten. Der
Besitzer lässt sie nicht herein, denn das Haus ist voll. Dies
wiederholt sich mehrere Male bei anderen Häusern, bis sie endlich
jemand einlässt. Das Haus, in dem das Paar schließlich aufgenommen
wird, hat man vor der Feier ausgewählt. Dort steht eine Krippe mit
einer Puppe darin - das Jesuskind. Wenn Maria und Josef zu dem Haus
kommen, singen sie und ihre Begleiter Weihnachtslieder und essen,
was ihnen der "Herbergsbesitzer" gibt.
Nach Hause zu den Feiertagen
Über Weihnachten nach Hause zu kommen ist eine ganz besonders
beliebte Tradition in Amerika. Egal, wo man sich das Jahr über
aufhält, zu Weihnachten zu Hause bei der Familie zu sein ist ein
"Muss". Die Feiertage zu Thanksgiving und Weihnachten sind für
Flughäfen, Bahnhöfe und Busbahnhöfe die geschäftigsten Zeiten des
Jahres. Ganz Amerika scheint unterwegs zu sein - die Amerikaner
fahren weit, um die Feiertage mit denen zu verbringen, die ihnen
nahe stehen.
Das Haus ist also voller Cousins und Cousinen, Tanten und Onkel, die
einander während des übrigen Jahres nicht sehen. Jeder hilft bei den
Vorbereitungen. Einige Familienmitglieder gehen den Weihnachtsbaum
aussuchen und bringen ihn nach Hause. Andere schmücken das Haus und
verpacken Geschenke. Und natürlich muss überall viel gekocht werden!
Am Weihnachtsabend gibt es Abendgottesdienste. Sie haben besonders
die Geburt Jesu Christi zum Thema und es werden Weihnachtslieder
gesungen. Auch am 25. Dezember besuchen viele Familien Gottesdienste,
bevor sie sich zu ihren Freunden und Verwandten aufmachen.
Zu Weihnachten wird der Tisch ähnlich wie zu Thanksgiving gedeckt -
mit Truthahn oder Schinken, Kartoffeln und Kuchen. Weihnachten wäre
nicht Weihnachten ohne Süßes, und nichts steht so sehr für dieses
Fest wie selbst gebackenes Brot und Kekse, heiß aus dem Ofen. Viele
traditionelle amerikanische Nachspeisen und auch andere
Weihnachtsbräuche haben ihren Ursprung vor langer Zeit in anderen
Teilen der Welt. Gäste bringen englisches Früchtebrot oder "Plumpudding",
englischen Weihnachtspudding, als Geschenk mit. Italo-Amerikaner
machen "Crostoli", mit Orangenschalen gewürztes, geröstetes Brot.
Amerikaner mit deutschem Hintergrund schließen ihr Weihnachtsmahl
mit "Pfeffernüssen" ab, einem Brot voll süßer Gewürze. "Doughnuts"
gibt es bei den Amerikanern ukrainischen Ursprungs. Norwegische "Berlinkranser"
sind eine kranzförmige Süßspeise, von der dutzende gebacken werden -
doch am Weihnachtsmorgen sind immer nur mehr wenige übrig!
Süßigkeiten überleben ebenfalls selten die Feiertage. Harte Bonbons,
wie zum Beispiel die "candy canes" (kleine Süßigkeiten in Form
bunter Spazierstöcke) mit Pfefferminzgeschmack und grüne und rote
Bonbonschnüre sind traditionelle Leckereien.
Am Weihnachtsabend trinken die Erwachsenen "Eggnog", ein Cocktail
aus Obers, Milch, Zucker, geschlagenem Eiweiß und Brandy oder Rum.
In kühleren Regionen steht eine Menge Eggnog oder heißer Kakao für
die Gäste da, die von Haus zu Haus ziehen und Weihnachtslieder
singen.
Vor langer Zeit hingen die Kinder einen Strumpf oder Socken über den
Kamin. Santa Claus kam dann durch den Schornstein und tat
Süßigkeiten und Geschenke hinein. Heute wird diese Tradition
beibehalten, obgleich die Strümpfe durch große, rote Stofftaschen in
Strumpfform ersetzt wurden. Die Kinder können es kaum erwarten,
rechtzeitig aufzuwachen, um nachzusehen, was Santa Claus dagelassen
hat.
Schenken ist ein Weihnachtsbrauch. In den letzten Jahren jedoch
finden immer mehr Menschen, dass das Weihnachtsfest viel zu sehr
kommerzialisiert wird, ganz besonders in den Großstädten. Die
Geschäfte beginnen allzu früh mit Werbung und Weihnachtsschmuck, und
Werbespots quellen nur so aus den Fernsehgeräten. Manche sind der
Ansicht, dass der Sinn des Weihnachtsfestes verloren gegangen ist.
Der Geburt Christi zu gedenken ist der eigentliche Sinn dieses
Festes und sollte im Vordergrund stehen.
Jedes Jahr erinnern Zeitungsartikel, die den Bedürfnissen bestimmter
Bevölkerungsgruppen gewidmet sind, an den Ursprung des
Weihnachtsfestes. Obdachlosenheime und Organisationen, die Hungrigen
helfen, schalten in den Zeitungen ihre Spendenaufrufe. Mitglieder
von Organisationen wie der Heilsarmee verkleiden sich als Santa
Claus und stehen vor Geschäften, um Geld für ihre Suppenküchen zu
sammeln. Die städtische Polizei organisiert "Toys for Tots" ("Spielzeug
für die Kleinen"), wo die Menschen neues oder gebrauchtes Spielzeug
abgeben, das dann in Spitäler oder Waisenhäuser gebracht wird.
Arbeitnehmer spenden einen kleinen Teil ihres Lohn- oder
Gehaltsschecks einer wohltätigen Organisation. Auf diese Weise wird
versucht, der wahren Botschaft des Weihnachtsfestes gerecht zu
werden - das, was man hat, mit anderen zu teilen.

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